Dermatologische Chirurgie

Die Dermatologie ist seit ihrem Bestehen als Organfach ein konservatives und operatives Fach.

Die Dermatochirurgie hat als Kerngebiet innerhalb des gesamten Therapiespektrums der Dermatologie in der stationären Patientenversorgung an den Hautkliniken einen Anteil zwischen 40 bis 60%. Auch in der hautärztlichen Praxis ist ein breites Spektrum operativer Methoden nach fundierter Facharztausbildung ambulant gut durchführbar.

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Die Dermatochirurgie umfasst alle Eingriffe am Hautorgan: an Epidermis, Dermis und Subkutis mit allen darin enthaltenen anatomischen Strukturen sowie die hautnahen Schleimhäute.

Methodisch sind die operativen Verfahren sehr vielfältig und nicht allein an das Skalpell gebunden. Andere Verfahren wie Laser, Kälte, Licht, hochtourige Fräsen, Absaugmethoden und chemisches Peeling (Verätzung) sind ebenso eingeschlossen wie immunmodulierende Therapien durch örtlich aufgetragene Medikamente. Diese Vielfalt an Methoden gewährleistet eine sehr differenzierte patientengerechte Therapie.

Dazu gehören im Einzelnen:

► Operative Therapie gutartiger und bösartiger Neubildungen der Haut und hautnahen Schleimhäute einschließlich der plastisch-rekonstruktiven Verfahren zum Defektverschluss. Hierzu zählt schwerpunktmäßig die Behandlung von weißem Hautkrebs und dessen Vorstufen (Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome) und von schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom). Nach mikroskopisch kontrollierter Chirurgie (Dermatohistologie) kommen die verschiedenen Nah- und Regionallappenplastiken und freie Hauttransplantationen beim Wundverschluss zum Einsatz.

► Operative Korrektur und Modulation angeborener oder erworbener Fehlbildungen am Hautorgan (mit einer Vielzahl von technischen und operativen Verfahren), z.B. kongenitale Riesennaevi oder Gefäßfehlbildungen wie der Naevus flammeus.

► Operative Verfahren zur Behandlung von akuten Hautschäden, Narben, chronischen Wunden und postinflammatorischen Veränderungen.

► Ästhetisch-korrektive Operationen

► Phlebochirurgie und endovaskuläre Verfahren 

► Operative Verfahren zur Therapie des Lipödems/ Lymphödems 

► Proktologische Operationen

Die Mehrzahl der Eingriffe erfolgt in Lokal- oder Tumeszenzlokalanästhesie. Allgemeinnarkosen sind nur in wenigen Fällen oder auf Wunsch des Patienten erforderlich.

Unsere Patienten entstammen allen Altersgruppen: vom Säugling bis zum hochbetagten Menschen.

Als Folge der demographischen Entwicklung steigt die Zahl der Patienten mit chronischen Wunden, speziell mit chronischen Beingeschwüren. Nach Klärung der Pathogenese sind die operativen Verfahren zur Behandlung des Ulcus cruris (chirurgisches Debridement, Ulcus-Shaving, Hauttransplantation) ein wichtiger Baustein im interdisziplinären Wundmanagement betagter Patienten.

Bei der Therapie von Venenleiden (Phlebologie) finden neben der klassischen Venenchirurgie minimal invasive Verfahren zunehmende Verbreitung, zum Beispiel der endoluminale Verschluss der Stammvenen mittels Radiofrequenzkatheter oder Laser sowie die kathetergestützte Schaumsklerosierung unter Ultraschallkontrolle.

Die chirurgische Therapie bei Erkrankungen der Hautadnexen (Haare, Schweiß- und Talgdrüsen, Nagelorgan) umfasst u.a. Korrekturoperationen von Aknenarben und Rhinophym, die Entfernung der axillären Schweissdrüsen bei genuiner Hyperhidrosis, die Operation bei Akne inversa, Operationen am Nagelorgan bei chronischen Entzündungen, Wachstumsstörungen oder Tumoren und schließlich auch Verfahren der Haartransplantation bei Alopezie.

Parallel zum steigenden Versorgungsbedarf bei Hauttumoren steigt die Nachfrage der Patienten nach ästhetisch-korrektiver Behandlung von angeborenen, erworbenen und alterungsbedingten Veränderungen am Hautorgan.

Dazu zählen neben den klassischen korrigierenden Hautexzisionen und der Dermabrasion, volumenmodulierende Methoden wie Liposuktion und Lipotransfer, Laser-assistierte Verfahren zur Hautverjüngung, die Augmentation mit biologisch abbaubaren Füllmaterialen u.a.m.

Die Dermatochirurgie orientiert sich an den Leitlinien des Faches „Haut- und Geschlechtskrankheiten“.

Ziel der operativen Therapie am Hautorgan ist stets eine der Erkrankung bzw. der Hautveränderung angemessene optimale funktionelle Versorgung, die ästhetische Aspekte und die Sicherheit des Patienten gleicher Maßen berücksichtigt.

Foto©Dill

Die Deutsche Gesellschaft für Dermatochirurgie (DGDC >>) ist mit mehr als 800 Mitgliedern aus Klinik und Praxis die Interessenvertretung aller am Hautorgan chirurgisch Tätigen. Das Fort- und Weiterbildungsangebot in enger Kooperation mit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG >>) zielt auf die Sicherstellung der fachspezifischen Kompetenz. Auf den wissenschaftlichen Kongressen, Strategiesitzungen und in Intensivkursen wird das gesamte dermatochirurgische Spektrum gelehrt und in Hands-on Training praxisnah vermittelt.

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