Ambulantes Operieren ist in der Dermatologie längst kein Nischenthema mehr. Für viele Praxen ist es ein fester Bestandteil des Leistungsspektrums – medizinisch sinnvoll, wirtschaftlich relevant und für Patienten oft die bevorzugte Option. Gleichzeitig zeigt die Praxis: Technisches Können allein reicht nicht aus. Wer ambulant operiert, muss Abläufe, Abrechnung, rechtliche Rahmenbedingungen und Kommunikation sicher beherrschen.
Genau hier setzte das Web-Seminar „Fit für die Praxis: Ambulantes Operieren“ an.
Ambulant operieren – mehr als nur OP-Technik
Ein zentraler Punkt des Seminars war die klare Einordnung: Ambulantes Operieren ist kein isolierter Handgriff, sondern ein komplexer Prozess. Von der Indikationsstellung über die Biopsie- und Nahttechnik bis hin zur Nachsorge greifen viele Zahnräder ineinander. Besonders wertvoll waren die praxisnahen Hinweise zu Entscheidungswegen: Wann reicht ein einfacher Verschluss, wann sind komplexere Verfahren sinnvoll – und wie lässt sich dies sauber dokumentieren?
Auch klassische OP-Basics wie Knoten- und Nahttechniken wurden nicht theoretisch, sondern anhand konkreter Tipps und Tricks vermittelt. Genau diese kleinen Details machen im Alltag oft den Unterschied.
Genehmigungen, Begehungen und rechtliche Anforderungen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den organisatorischen Voraussetzungen. Ambulantes Operieren setzt bestimmte strukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen voraus – von der Genehmigung bis zur Praxisbegehung. Das Seminar machte deutlich, dass eine gute Vorbereitung hier nicht nur Zeit spart, sondern auch unnötigen Stress verhindert.
Besonders hilfreich: die klare Darstellung, welche Anforderungen realistisch sind, wo häufige Missverständnisse entstehen und wie man sich Schritt für Schritt vorbereitet, ohne sich in Bürokratie zu verlieren.
Abrechnung: GOÄ und EBM sicher anwenden
Ein Dauerbrenner im Praxisalltag ist die Abrechnung. Ambulante OP-Leistungen sind sowohl nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) als auch nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) anspruchsvoll. Anhand praxisnaher Beispiele wurde gezeigt, welche Ziffern korrekt kombiniert werden können, wo typische Fehler liegen und wie man Leistungen transparent und rechtssicher abrechnet.
Gerade dieser Teil zeigte, wie wichtig solides Abrechnungswissen für die wirtschaftliche Stabilität einer Praxis ist – unabhängig davon, ob man gerade startet oder bereits etabliert ist.
Kommunikation und Außenwirkung nicht unterschätzen
Ambulantes Operieren betrifft nicht nur Ärzte, sondern auch Patienten und das gesamte Praxisteam. Ein weiterer Programmpunkt widmete sich daher gezielt der Kommunikation, dem Marketing und der Außenwirkung. Wie erkläre ich operative Eingriffe verständlich? Wie schaffe ich Vertrauen? Und wie positioniere ich das Leistungsangebot nach außen, ohne unseriös zu wirken?
Diese Aspekte werden im medizinischen Alltag oft unterschätzt – dabei entscheiden sie maßgeblich über Akzeptanz und Zufriedenheit auf beiden Seiten.

