Hauptstadtkongress 2018

Der diesjährige Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2018 im CityCube Berlin stand ganz im Zeichen von E-Health und Vernetzung im Gesundheitswesen.

Eröffnungsveranstaltung Hauptstadtkongress Berlin 2018
Saal A6/7 vor dem Ansturm der interessierten Massen (wenig später war hier kein Platz mehr frei.

Berlin, 21.05.2018 - Der diesjährige Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2018 stand ganz im Zeichen von E-Health und Vernetzung im Gesundheitswesen.

Dies wurde bereits durch die Highlights der Eröffnungsveranstaltung klar: die Rede des neuen Gesundheitsministers Jens Spahn, die Video-Grußbotschaft von Prof. Dr. h.c. Hasso Plattner und die Präsentation der SmartPhone-App “Ada” (Foto) von Dr. Martin Hirsch wiesen direkt den Weg in die digitale Zukunft. 

Ebenfalls spannend zur Thematik war die Podiumsrunde, in der Dr. Bernd Montag von der Siemens Healthineers AG das Gesundheitswesen mit der Automobilindustrie vergleicht und dementsprechende Innovations- und Investitionsfreude fordert.

Kritisch wurde in diesem Zusammenhang die aktuelle Form der „elektronischen Gesundheitsakte“ betrachtet. Frank Ulrich Montgomery, Ehrenvorsitzender des Marburger Bundes, ging sogar soweit, diese als bereits überholt und am Bedarf vorbei zu bezeichnen. 2 Mrd Euro Entwicklungskosten dürfen uns nicht davon abschrecken, diese seit 15 Jahren in der Entwicklung befindliche Kartenlösung endgültig zu gunsten zeitgemäßer Technologien abzuschreiben.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Erwin Böttinger, dem Leiter des neu gegründeten “Digital Health Center” am Hasso Plattner Institut der Universität  Potsdam.

Im weiteren Verlauf brachte der per Video hinzugeschaltete (tolles Praxisbeispiel!) Prof. Hasso Plattner die Ideen und Entwicklungen seines Institutes ein, in dem vor einem Jahr ein “Digital-Health-Center” unter der Leitung von Prof Böttinger eingerichtet wurde. Ziel sei es, eine “Health-Cloud” zu schaffen, durch die medizinische Leistungen besser und preiswerter werden sollen. Das Zusammenspiel von “Big Data”, “KI”* und die persönlichen Patientendaten ermögliche es, bereits im Vorfeld des Arztbesuchs Erkenntnisse über Krankheiten und Therapiemöglichkeiten bereitzustellen. Stichworte seien hier u.a.  “machine learning” und “Mustererkennung”.

Wie mit Hilfe von Apps der Weg in die digitale Zukunft aussehen könnte, wurde an den Beispielen “mychat.mountsinai.org” und “Ada” eindrucksvoll vorgeführt. Grundsätzlich gehe es in den westlichen Industrienationen aber nicht darum, den Arzt zu ersetzen, stellt „Ada“-Entwickler Dr. Martin Hirsch klar. Ohnehin dürfe die App hierzulande keine Diagnosen stellen, sondern nur Empfehlungen geben. Daher helfen Apps wie „Ada“ den Medizinern eher, schnell auf zusätzliche Informationen zum Krankheitsbild zugreifen zu können.

Wie weit wir tatsächlich hintenan stehen , macht Diskussionsteilnehmer Dr. Friedrich von Bohlen am Beispiel von China klar, wo das Erlernen von KI-Anwendungen zu den Grundlagen des Medizinstudiums gehöre. Hier müsse das Medizinstudium in Deutschland neu durchdacht werden. “Das Privatleben ist durchdigitalisiert und im Krankenhaus werden noch Akten geschleppt.” Zudem könne Big Data weniger Fehler in der Entwicklung von Pharmaprodukten erreichen und Medikamente preiswerter machen.

So kann man den Bericht vom Hauptstadtkongress mit der hoffnungsvollen Ansage des neuen Deutschen Gesundheitsminister Jens Spahn schließen, dass dieser zukünftig in der digitalen Welt „mitspielen“ will, ja sogar vorne mit dabeisein. Wir sind sehr gespannt!

Hier gehts zur ausführlicheren Roh-Version des Berichtes