Deutscher Allergiekongress 2022

Faszination Allergologie

Der diesjährige 17. Deutsche Allergiekongress fand in Wiesbaden statt. Das Motto zeitgemäß und in aller Munde „Die Zukunft der Allergologie – innovativ und nachhaltig“. Ziel des Kongresses ist es nicht nur neue Ideen für Forschung und die klinische Versorgung der Zukunft zu generieren, sondern auch eine Art ökologischen Status Quo im Sinne einer erstmaligen Bestimmung des ökologischen Fußabdruckes des Zusammenkommens als Kongressgemeinschaft vor Ort zu erheben – nicht zuletzt auch im Hinblick auf zukünftige zeitgemäße Kongressformate ein spannender Aspekt.

Wie üblich wird der Kongress von den drei großen deutschen allergologischen Fachgesellschaften gemeinsam ausgerichtet:

-     der DGAKI (Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie),
-     der GPA (Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin) und 
-     dem AeDA (Ärzteverband Deutscher Allergologen)

In die Kongressstruktur sind verschiedene Formate eingebettet: „AllergoPlenum“, „AllergoCompact“, „AllergoBasics“, „AllergoActive“, „AllergoScience“, ePoster Sessions und Industriesymposien. 

Besonders spannend finde ich das Format „AllergoArena“ hier werden beispielsweise Fragen wie „Ist das Tragen von Mund-Nasen-Masken zur Vermeidung von Pollen- und Schadstoffexposition sinnvoll?“ aus einer Pro- und Contra-Perspektive, eingebettet in jeweils eine 15-minütige Präsentation, beleuchtet. 

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der prognostiziert steigenden Inzidenz und Prävalenz von saisonalen bis hin zu ganzjährig klinisch relevanten Sensibilisierungen ist die nicht neue Frage „Allergie – Schicksal oder Karriere“ hochaktuell. ­Hier wird sowohl molekulare Grundlagenforschung vorgestellt, als auch translational in die Zukunft geschaut mit Symposien wie „Wege in eine allergikerfreundliche Gesellschaft“: „Herausforderung: Lebensmittelkennzeichnung“. Grundsätzlich erlebe ich in der Klinik eine konstant hohe Nachfrage im Bereich des Themenkomplexes der Nahrungsmittelallergien, sowie der Allergenspezifischen Immuntherapie (AIT) bei Kindern und Jugendlichen und freue mich ganz besonders über die vielfältigen Beiträge beim diesjährigen Allergiekongress.

Auch die Telemedizin darf in der Allergologie nicht fehlen: die Themen Onlinesprechstunde, Apps, DiGA & Co rücken weiter in den Fokus, selbiges gilt für die Behandlung mit Biologika insbesondere in der Pädiatrie, als auch für das Thema Lebensqualität beispielsweise bei Patienten mit Anaphylaxierisiko. Hier ist eine erfolgreiche Therapie weit mehr als nur Notfallmanagement. 

2023 wird der 18. Deutsche Allergie Kongress in Bonn stattfinden. Ich freue mich schon! Vielleicht sehen wir uns ja dort. 

Eure Regina
Juderm
(WBA im 2.Jahr, Ukb - Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Bonn)

Referenzen:

(1)   https://allergiekongress.de/programm/

(2)   www.daab.de/blog/2022/08/allergenkennzeichnung-von-lebensmitteln-ihre-meinung-ist-gefragt/