Ungewöhnliche Ulzerationen

bei einem Patienten mit Diabetes mellitus

Jens Maier , Lukas Kofler , Volker Beck , Katrin Schweinzer , Gisela Metzler , Kamran Ghoreschi

 

Universitätshautklinik , Eberhard-Karls-Universität Tübingen

 

Abbildung 1 Klinisches Bild der linken Hand.
Abbildung 2 Ulzerationen der Finger 2–4, rechte Hand.
Abbildung 3 Regelrecht aufgebaute Dermis mit Fibroblasten, ohne Zeichen einer Entzündung (Hämatoxylin-Eosin-Färbung, Originalvergrößerung x 20).

Anamnese
Ein 52 Jahre alter Mann stellte sich in unserer Klinik mit Ulzerationen, teils mit bakterieller Superinfektion (Abbildungen 1, 2 ), an beiden Händen vor. Er berichtete über starkes Spannungsgefühl und Steifigkeit in allen Finger, weiterhin hätte er Probleme beim Faustschluss. Eine derartige Symptomatik bestünde bereits seit über einem Jahr. Die Symptome würden sich in den Wintermonaten aggravieren, vor allem wenn er als Fahrer eines Schneepflugs tätig sei. Sowohl Raynaud- Phänomen, Dyspnoe, als auch Fieber und Abgeschlagenheit wurden verneint. Ein Typ-2-Diabetes sei seit Jahren bekannt und wird aktuell mit Insulin therapiert. An Nebendiagnosen werden Hypercholesterinämie, arterielle Hypertonie sowie Hypothyreose angegeben.

Klinische Untersuchung
Die klinische Untersuchung ergab eine Verdickung und Sklerose an beiden Händen, Unterarmen und dem oberen Rücken mit deutlicher Abgrenzung zu gesunder Haut. Drei Finger zeigten Ulzerationen, die mit bräunlich-gelblichen Krusten belegt waren. Teleangiektasien im Gesicht oder Brustbereich ließen sich nicht nachweisen. Eine Kapillarmikroskopie zur Beurteilung kapillärer Veränderungen ließ sich bei unserem Patienten nicht durchführen.

Histologie
Eine Stanzbiopsie des oberen Rückens zeigte eine normale Dermis mit regulären Fibroblasten ohne Zeichen einer Entzündungsreaktion. Muzin war in der Toluidin-Färbung nicht nachweisbar. Schweißdrüsen waren an der Dermis-Subkutis- Grenze lokalisiert (Abbildung 3 ).

 

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