Tumorgeschwulst an der linken Fußsohle bei einem Mann

Paula Aguayo-Carreras 1, Ricardo Ruiz-Villaverde 1, Jose Aneiros-Fernandez 2, Ana Almodovar Real 1, Jose Carlos Ruiz-Carrascosa 1, Ramón Naranjo-Sintes 1

(1) Dermatology Department (Abteilung für Dermatologie), Complejo Hospitalario de Granada, Granada, Spain (Spanien)
(2) Pathology Department (Abteilung für Pathologie), Complejo Hospitalario de Granada, Granada, Spain (Spanien)

Tumorgeschwulst, Fußsohle
Abbildung 1: Undifferenziertes Tumorgeschwulst an der linken Fußsohle.
Spindelzelltumor, Epidermis
Abbildung 2: Spindelzelltumor unterhalb einer ulzerierten Epidermis mit unterschiedlichen Wachstumsmustern (Hämatoxylin-Eosin-Färbung, Originalvergrößerung x 5).
fokale Positivität
Abbildung 3: Immunhistochemie:
fokale Positivität auf Protein S100 (a).
Fokale Positivität auf PGP95 (b). Fokale
Positivität auf Vimentin (c). Fokale Positivität
auf SOX10 (d).

Anamnese, klinischer Befund und Histopathologie
Ein 64 Jahre alter Mann wurde in unserer ambulanten Klinik mit einer seit sieben Monaten bestehenden asymptomatischen Masse an der linken Fußsohle vorstellig. Der Patient war im frühen Kindesalter an Polio erkrankt, die zu einer residuellen linksseitigen Hemiparese und infolgedessen zu Störungen des Gangbildes geführt hatte.
Die körperliche Untersuchung ergab einen gut abgegrenzten, ulzerierten und exsudativen 6 x 7 cm großen Tumor an der linken Fußsohle (Abbildung 1 ). Ansonsten lagen keine weiteren kutanen Auffälligkeiten, insbesondere keine gesprenkelten Hyperpigmentierungen in Hautfalten, Café-au-Lait-Flecken oder Neurofi brome. Auch lagen keine Anzeichen für eine Lymphadenopathie oder eine Hepatomegalie vor.
Die Labortests (großes Blutbild, Leber- und Nierenfunktionstests, Blutsenkungsgeschwindigkeit, C-reaktives Protein und Schilddrüsenprofi l) und ein Ganzkörper-CT waren unauffällig. Die Histopathologie zeigte einen subepidermalen Tumor mit verschiedenen Wachstumsmustern (Abbildung 2 ). Hyperzelluläre Faszikel wechselten sich ab mit myxoiden Arealen, sodass ein marmoriertes Muster entstanden war. Auch lag fokal eine palisadenartige Anordnung von Zellkernen vor. Die immunhistochemischen Färbungen (Abbildung 3 a–d) waren positiv auf Vimentin, PGP45, SOX10, und – fokal – auf S100-Protein, wohingegen CD99, MyoD1, Myogenin, Melan A, HMB-45, MITF, Tyrosinase, CD45, CD45RO, AE1/AE3, CD56, HBME-1, Podoplanin, E-Cadherin, AML, CD34 und CD68 negativ waren. Die Ki67-Färbung ergab eine proliferative Aktivität von 5–20 % der Tumorzellen. Den chirurgischen Protokollen in unserer Abteilung entsprechend wurde der Tumor zunächst mit einem geringen Sicherheitsabstand entfernt. Ohne konkrete Verfahrensprotokolle und in Fällen, bei denen keine vorangegangene Biopsie vorliegt, sind bei klinisch undifferenzierten Tumoren eventuell größere Sicherheitsabstände sinnvoll.
Die Magnetresonanzbildgebung zeigte einen spindelförmigen Tumor mit Invasion des kutanen Weichteilgewebes, schlecht definierten Grenzen und umliegendem Ödem.

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