Ein weiblicher Säugling mit papulovesikulären Läsionen

Federica Veronese 1, Elisa Zavattaro 2, Alice Monzani 3, Mauro Zaffaroni 3, Gianluca Landucci 1, Laura De Miglio 3, Martina Nugnes 3, Paola Savoia 1

(1) Dermatologic Clinic , Dept. of Health Science , University of Eastern Piedmont , Novara , Italy
(2) Department of Translational Medicine , University of Eastern Piedmont , Novara , Italy
(3) Division of Pediatrics , Department of Health Science , University of Eastern Piedmont , Novara , Italy

Anamnese und Befund
Ein weiblicher Säugling pakistanischer Herkunft zeigt bei der Geburt papulovesikuläre Läsionen auf entzündlich gerötetem Grund erythematösen am Rumpf und den vier Extremitäten. Das Baby wurde nach unauffälliger Schwangerschaft termingerecht vaginal geboren. Es wog bei Geburt 3400 Gramm und hatte einen APGAR-Wert von 9 in der 1, und 5. Minute. Die Eltern sind nicht blutsverwandt. Die Mutter war bei Entbindung 26 Jahre alt, gesund und hat weder Fehlgeburten noch Schwangerschaftsabbrüche in ihrer Vorgeschichte. Ihre drei Jahre alte erstgeborene Tochter ist gesund.


Hautbefund
Zum Zeitpunkt der ersten dermatologischen Untersuchung am Tag der Geburt stellte man mehrere papulopustulöse und vesikuläre Läsionen fest. Diese verliefen entlang der Blaschko- Linien auf erythematöser Haut und traten am Rumpf, an den Extremitäten und im Genitalbereich auf (Abbildung 1 ). Haare und Nägel waren normal ausgebildet. Die klinische Untersuchung war ansonsten unauffällig.

Diagnostik
Alle Labortests (inklusive Blutbild und Entzündungsmarker) waren unauffällig. Der Hautabstrich war positiv für sensiblen Staphylococcus haemolyticus und negativ für eine Herpes-simplex- oder Pilzinfektion. Bei der mikroskopischen Untersuchung der vesikulären Flüssigkeit wurden eosinophile Granulozyten festgestellt.


Krankheitsverlauf
In den folgenden Wochen beobachteten wir eine fortschreitende Zunahme der Anzahl und Größe der vesikulären Läsionen bei gleichzeitigem Rückgang des Erythems. EinenMonat nach der Geburt traten warzenähnliche Plaques an beiden Extremitäten auf (Abbildung 2 ); ab dem dritten Monat entwickelten sich die Läsionen zu hyperpigmentierten Maculae (Abbildung 3 ). Sowohl eine augenärztliche als auch eine neurologische Untersuchung mittels Elektroenzephalographie zeigten keine Auffälligkeiten.

Abbildung 2 Einen Monat post partum traten warzenähnliche Plaques auf.
Abbildung 3 Hyperpigmentierte Maculae als Residuen der Läsionen ab dem dritten Monat nach der Geburt.