Mein Weg zur Fachärztin

von der Vorbereitung bis zur Prüfung

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Es ist vollbracht: Nach Jahren der Weiterbildung und intensiver, einjähriger Vorbereitung darf ich mich endlich Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten nennen. In dem Blogbeitrag vor einem Jahr habe ich euch ja schon von den Anfängen meiner Vorbereitung berichtet. Wie es weiterging und der Endspurt aussah, möchte ich euch heute schildern. 

Nachdem ich den Facharztvorbereitungskurs der DERFO belegt und es größtenteils tatsächlich geschafft hatte nebenbei die Inhalte im „Braun Falco“ zu lesen, wurde ich Anfang des Jahres etwas nervös. Denn Lesen ist ja schön und gut, aber Merken und die Inhalte aktiv wiedergeben etwas ganz anderes. Daher bin ich im Endspurt auf das Thieme Buch „Facharztprüfung Dermatologie und Venerologie: 1000 kommentierte Prüfungsfragenumgestiegen und habe das Buch akribisch von A bis Z durchgearbeitet. Einige Themen habe ich durch andere Literatur noch vertieft und Notizen ergänzt. Insgesamt war ich begeistert von dem Aufbau des Buches und hatte das Gefühl, dass auch komplexe Themen wie Vaskulitis sehr übersichtlich und verständlich dargestellt wurden ohne dabei nur an der Oberfläche zu kratzen. Über den Facharztvorbereitungskurs war ich trotzdem dankbar, da ich bei vielen Themen merkte, die Inhalte schon einmal gelesen/ gehört zu haben. Außerdem haben mir die Seminarfolien für den finalen Schliff geholfen. Und so habe ich wieder und wieder das 1000-Fragen Buch durchgearbeitet, nicht vollständig gewusste Fragen notiert und diese wiederholt und wiederholt. Vor allem das laute Verbalisieren der Antworten, habe ich am Ende als äußerst hilfreich für die Prüfung empfunden. Zum Glück hatte ich mit dem intensiven Lernen frühzeitig vor der Anmeldung zur Prüfung begonnen. Mein Termin war zwar zunächst erst ca. vier Monate nach Anmeldung terminiert, jedoch wurde ich kurze Zeit später angerufen, ob ich spontan einen Termin in 3 Wochen haben möchte. Nach einer Nacht Bedenkzeit hatte ich mich dafür entschieden und es zum Glück nicht bereut. Hier möchte ich nochmal auf eine paar Punkte zur Anmeldung eingehen, die mir aufgefallen sind. Sechs Wochen vor Ende der Weiterbildungszeit konnte ich mich zur Prüfung anmelden. Damit dies rechtzeitig möglich ist, sollte man sich ausreichend lang vorher drum kümmern, dass das eLogbuch vollständig ausgefüllt und bestätigt ist. Ich hatte das Gefühl, dass der elektronische Weg manchmal länger dauern kann, als mit Stift und Papier zu seinem Weiterbildungsbefugten zu gehen und die letzten Unterschriften einzufordern. Für Zeugnisse von vorherigen Arbeitgebern bietet sich es an, diese vorab zur Prüfung der Ärztekammer vorzulegen, so spart man sich unnötige Zeitverzögerung bei der Prüfungsanmeldung um fehlende Unterschriften oder Ergänzungen einzuholen. Das letzte Weiterbildungszeugnis durfte ich erst 2 Wochen vor Ende der Weiterbildungszeit einreichen. Ist alles vollständig, darf man auf den Anruf für einen Prüfungstermin warten. Nicht zu wissen, wie lange man noch Zeit von Anmeldung bis zur Prüfung hat, habe ich als schwierig für die Vorbereitung empfunden. 

Nun war es so weit, der Tag der Prüfung war gekommen. In der Prüfung ist neben zwei Prüfern noch ein Prüfungsvorsitzender anwesend, der Protokoll führt. Die Namen der Prüfer konnte ich 2 Wochen vorher telefonisch erfragen, allerdings war in meiner Prüfung einer der Prüfer ersetzt worden, man sollte sich also nicht zu sehr darauf in der Vorbereitung verlassen. Vor der Prüfung war ich ziemlich nervös, insbesondere, da ich die Möglichkeiten, was alles gefragt werden könnte als Fass ohne Boden empfunden habe, auch wenn einem von fast allen die die Prüfung schon hinter sich haben versichert wird, dass alles gut machbar ist. Als ich endlich aufgerufen wurde, habe ich die Prüfungsatmosphäre als nett empfunden und die Prüfung verging wie im Flug. Ich wurde ca. 30 Minuten lang geprüft, die mir im Nachhinein eher wie fünf Minuten vorkamen. Von dem schnellen Fragetempo eines Prüfers habe ich mich zunächst etwas treiben lassen und hätte mich rückblickend lieber etwas bremsen sollen und mehr Zeit für die Antworten nehmen können. Die Fragen gingen von klinischen Bildern aus und vom Allgemeinen ins Spezielle. Wenn sehr spezielle Fragen nicht gewusst wurden oder nicht jede Antwort wie aus der Pistole geschossen kam, war dies nicht schlimm und es wurden Hilfestellungen gegeben. Insgesamt war von Diagnostik, Therapie, Histologie und sogar einer Pilzkultur alles dabei. Ich empfand die Prüfung als anspruchsvoll, aber sehr fair. Eine gute Mischung aus Anforderung und der Möglichkeit mein Wissen zu zeigen. Nach der Prüfung wurde ich dann kurz hinausgebeten um nach wenigen Minuten mein Zeugnis in der Hand zu halten. Zu Hause hieß es dann erstmal: Weg mit den Lernsachen und den Sommer genießen. 

Anmerkung: Die Angaben zu den Formalitäten der Anmeldung variieren eventuell zwischen den verschiedenen Ärztekammern und sollten bei eurer zuständigen Ärztekammer erfragt werden. 

Eure Frederieke

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